Zitate

Naturkonservativ:

"Warum sollen sich die Bewahrer nicht als konservativ bezeichnen? Weil der Begriff pervertiert wurde?  Um alle Irrtümer zu vermeiden [...] schlage ich vor, daß wir [die Bewahrer der Natur] uns hinfort naturkonservativ nennen. Das heißt, für uns steht die Natur im Mittelpunkt, die bis heute ausgebeutet, vergiftet und nach Gebrauch weggeworfen wird; weil nur das, was von ihr als 'Sache' ökonomisch genutzt werden kann, den entsprechenden Wert bekommt. Der Eigenwert der Natur hingegen wird mit Null angesetzt, obwohl ohne sie gar kein menschliches Leben möglich ist."

(Herbert Gruhl, Rede auf dem ÖDP-Bundesparteitag 1988 in Hannover, in: Herbert Gruhl - Unter den Karawanen der Blinden, FfM, 2005, S. 193-198, hier S. 194).

(Bild: Herbert Gruhl, 1988 in Hannover)

 

Naturkonservative Zivilisation

"Die wissenschaftlich-technische Zivilisation ist eine naturkonservative Zivilisation. Nicht, daß die naturkonservativen Gehalte der modernen Zivilisation von der Naturästhetik bis zu den Lebensreformbewegungen irgendwelche Garantien für die Lösbarkeit der uns bedrängenden ökologischen Krisen enthielten. Aber sie enthalten doch einen Hinweis darauf, daß die uns unleugbar bedrängenden ökologischen Krisen nicht einem abgestorbenen Sinn für das Eigenrecht der Natur zuzuschreiben sind, vielmehr einer Zivilisationsdynamik, in der zu unserer Überraschung die Menge höchst prekärer Nebenfolgen unseres Handelns schneller als unsere Kapazitäten zu ihrer Beherrschung gewachsen ist."

(Hermann Lübbe, Religion nach der Aufklärung, 1986/2007, S. 295).